Was ist ein „pharmazeutischer Prozess“?

Als „pharmazeutischen Prozess“ versteht man in der Regel eine Ver-Wandlung der pflanzlichen Materialien, damit sie von uns besser aufgenommen werden können. Dazu gehören verschiedene Verfahren:

  • Die Trocknung – entweder an der Luft oder im Ofen, aber auch das Gefriergetrocknen gehört letztlich hierher.
  • Das Rösten: bei ca. 200 ° C in einem geschlossenen Gefäß.
  • Verkohlen: unter Luftabschluß werden die Pflanzenteile „geglüht“. Lediglich Gase und Dämpfe können entweichen.
  • Veraschen: Darunter versteht man eine Verbrennung unter Luftzutritt.

Pflanzenauszüge:

  • Kaltauszug – hier wird in Wasser oder Weingeist das Pflanzenmaterial der Extraktion zugeführt.
  • Digestion: dabei wird bei 37 ° C extrahiert.
  • Infus: es handelt sich praktisch um einen Tee-Aufguß. Die Pflanzen werden mit siedendem Wasser (ca. 80-100 ° C) übergossen und auf diese Weise extrahiert.
  • Ein Dekokt hingegen bedeutet, dass die Pflanzen lange mit Wasser gekocht werden (bei 100 ° C).
  • Und schließlich die Destillation, die entweder mit Wasserdampf bei Temperaturen zwischen 70 und 100 ° C durchgeführt werden, oder mit verdünntem Weingeist hergestellte Produkte ergeben.

Je nachdem, welche Inhaltsstoffe ich erhalten möchte bzw. aus der Pflanze herauslösen will, verwende ich die dazu geeignete Methode.

Bei unseren Seminaren zum Thema „Hausapotheke„, „SOS Hustenzwerg“ und „SOS Hexenschuss“ besprechen wir jeweils die empfehlenswerten Methoden zur Verarbeitung von Kräutern und Gewürzen, aber natürlich auch die jeweiligen Endprodukte, sprich Tees, ätherische Öle, fette Pflanzenöle etc.