Destillation, Hydrolate und ätherische Öle

„Mein“ Thema rund um Destillation, Hydrolate und ätherische Öle ist erfreulicherweise immer (wieder) aktuell…

Jetzt ist für alle, die gerne Destillieren, eine „Hoch“-Zeit angebrochen. Vieles lässt sich jetzt in ein wunderbares Hydrolat verwandeln, wenn man stolzer Besitzer einer Heimdestille ist. Vor allem bieten sich jetzt auch die Brennnesseln (Urtica dioica) zum Destillieren an. (Jetzt höre ich Sie bereits stöhnen: Brennnesseln pflücken – wie schrecklich die doch pieksen und bremseln auf der Haut!)

Was bietet uns das Hydrolat dieser wunderbaren Pflanze, die doch immer noch vielfach als „Unkraut“ bezeichnet wird und wofür könnte man es verwenden?

Rosmarin

Auch der Rosmarin hat den Winter gut überstanden, und so kein ärgerer Frost vor der Tür steht, wird er uns auch heuer viele unserer Speisen verfeinern…

Rosmarin (Rosmarinus officinalis L.) hat schon lange Bedeutung als Heil- und Würzpflanze. Seinen nadelförmigen Blättern entströmt ein intensiver, strengwürziger Duft, der beim Kochen noch intensiviert wird, beispielsweise zu Erdäpfelgerichten oder Fisch, aber auch für so manches Gemüsegericht ein Genuss!
Das immergrüne, aromatisch duftende Gewächs ist sehr wärmebedürftig und (leider) auch sehr frostempfindlich. Im Mittelmeerraum kann Rosmarin bis zu 2 Meter hoch werden, in unseren Breiten wird man ihn am besten als Kübelpflanze kultivieren – in der kalten Jahreszeit gut geschützt im Freien bzw. an einem kühlen Platz im Haus kann er schon den Winter überdauern.

Zitronenmelisse, Rosmarin und andere Lippenblütler

Es ist schon so warm, obwohl es doch erst Februar ist, dass bereits die ersten Blättchen der Zitronenmelisse aus dem Boden lugen, der Rosmarin sich seines Lebens freut und auch so manch anderer Lippenblütler erste Lebenszeichen von sich gibt.
Zeit also, sich einmal mit der Überlebenskraft dieser Pflanzengruppe zu beschäftigen…

Die Zitronenmelisse mit ihrem wohlschmeckenden Blattwerk dient ja nicht nur zum Verfeinern von Speisen, sie schenkt uns auch ein hochwirksames ätherisches Öl und ein – meiner Meinung nach sogar noch besser einsetzbares Hydrolat.

Angelika-Wurzel

Herbstzeit ist auch Wurzelzeit – die Angelika-Wurzel ist wohl eine der wichtigsten Wurzeln der Aromatherapie/Aromapflege/Aromawellness. Und davon nicht nur das ätherische Öl!

Angelica archangelica L. – so die botanische Bezeichnung – gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae oder auch Umbelliferae).
Die Pflanze ist nicht ohne – seit vielen Jahrhunderten wird die Wurzel dieses mächtigen Gewächses (sie kann bis zu 2 m hoch werden) zu Kräuter-Likören verarbeitet.
Angelika wächst gerne wild an Bach- und Flußufern. Die Wurzelstöcke mitsamt den Nebenwurzeln werden im September und Oktober gesammelt. Neben ätherischen Ölen enthalten sie auch Gerb- und Bitterstoffe (was wiederum die Likör-Hersteller interessiert).

Erzähl mir keinen Lavendel…

Mein Duft des Sommers: Lavendel

LavendelJa, ich weiß, über den Lavendel wurde und wird immer wieder geschrieben. Dennoch: man kann nicht genug davon kriegen, wenn man sich einmal in ihn verliebt hat… Darum möchte ich Ihnen heute ein wenig Lavendel erzählen…

Begonnen hat alles vermutlich mit dem Alt-Wiener Lavendellied, das mir meine Großmutter immer vorsingen mußte, wenn sie ihre Lavendelsackerln für den Wäschekasten füllte:

 

 

An Lavendel, an Lavendel, an Lavendel hamma da.
50 Groschen kost des Büscherl,
an Lavendel kauft’s ma o.
An Lavendel hamma da!
Wer kauft ma an o?

Arnika – Sonne auf der Alm

Arnica montana L.

Der Bergwohlverleih, wie man die Arnika auch nennt, wächst vor allem auf Bergwiesen. Sie wird ca. 40 – 50 cm hoch und ihre strahlend gelben Korbblüten leuchten dem Wanderer schon von weitem entgegen. Arnika steht – bereits seit dem 19. Jhdt. – unter Naturschutz! Übrigens: im Jahr 2001 wurde sie zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Pflanzliche Inhaltsstoffe im Mazerat

Immer wieder werde ich gefragt, welche pflanzlichen Inhaltsstoffe in ein Mazerat übergehen. Diese Frage ist sicherlich berechtigt. Dazu müssen wir uns erst einmal darüber informieren, welche primären und sekundären Pflanzeninhaltsstoffe überhaupt fettlöslich sind, denn nur solche gehen wirklich in das fette Trägeröl unseres Mazerats über.

Eigentlich logisch, denn wasserlösliche Inhaltsstoffe mögen ja kein Fett und würden sich nicht gerne dazu überreden lassen, in ein Mazerat überzuwechseln.
Allerdings gibt es auch pflanzliche Inhaltsstoffe, die sowohl wasser- als auch fettliebend sind, die können wir dann auch in Spuren im Mazerat wiederfinden.

Also nun: welche der Pflanzeninhaltsstoffe sind denn nun fettlöslich und welche sind wasserlöslich?

Wege der Natur (Teil 3)

Die Wege der Natur zu beschreiten, war in alten Zeiten selbstverständlich:

„Im Menschen sind nämlich Sonne, Mond und alle Planeten, dergleichen sind auch in ihm alle Sterne und das ganze Chaos…“ (Paracelsus)

Wir haben bereits über die Chemie der Pflanzen, ihre Inhaltsstoffe ein wenig geplaudert. Heute möchte ich die Signatur der Pflanzen unter die Lupe nehmen. Ja, ja, ich weiß: viele Menschen sehen diese Pflanzenbetrachtung als überholt an. Nun, folgen Sie mir einfach in die Welt der Signaturenlehre und sehen Sie selbst….

Wege der Natur… (Teil 1)

„Falls Ihr die Wahl von zwei Wegen habt, dann wählt den der Natur.“ (Aristoteles)

Im Laufe der Arbeit mit ätherischen Ölen konnte ich feststellen, dass ihr Duft oftmals starke Emotionen auslösen kann. Nicht immer sind diese Empfindungen von reiner Freude geprägt. Aber Düfte gehören zu unserem Leben, sind ein Teil davon, von unserer Geburt bis zu unserem Tod.
Ich arbeite nicht nur mit ätherischen Ölen, sondern auch mit Pflanzenmaterial in anderer Form: da sind die Hydrolate (wie wir ja bereits wissen, ein Nebenprodukt der Wasserdampfdestillation von Pflanzen), oftmals mit einem zarten und bescheidenen Duft ausgestattet; da sind die Tinkturen (alkoholische Auszüge), die andere Inhaltsstoffe der Pflanzen lösen; da sind aber auch die Mazerate (Öl-Auszüge), die wiederum eine neue Qualität ins Spiel bringen; und zuguter letzt die Tees, die man aus so mancher Pflanze produzieren kann.

Die Birke – Luft- oder Wasser-Zeichen?

Wenn wir uns die Birke ansehen, mit ihrer weißen, papierartigen Rinde und ihrem zarten Grün, so assoziieren wir sie zumeist mit dem Frühling. Dieser  Zauber des Frühlings liegt auch im zarten und seidigen Glanz der Rinde einer jungen Birke. Diese glänzende, weiße Rinde gibt der Birke auch ihren Namen: er kommt vom indogermanischen Begriff „b’erag“, was so viel wie „glänzend“ heißt.

Die Blätter der Birke sitzen an zarten Stängeln und dadurch geben sie jedem noch so kleinen Lufthauch nach. Der Gesamteindruck ist also schnell ein leichter, luftiger –  eine Luft-Signatur!
Jedoch: die Birke liebt doch auch die Feuchtigkeit, das Wasser. Und das Weiß ihrer Rinde könnte auf den Mond hinweisen, ebenso wie die silbrigen Blätter… (das wurde z.B. von Paracelsus so gesehen).