Sommerfrische

Wie’s schon mal so geht, gerade eben habe ich von Michaela Schara ihren Beitrag http://kultkraftplatz.com/ein-hoch-auf-die-gute-alte-sommerfrische/ gelesen und klinke mich zum Thema Sommerfrische doch gleich mal ein!

Zur Zeit bereite ich nämlich gerade eine Führung im Kurhaus auf dem Semmering vor mit dem Thema…. natürlich! „Sommerfrische am Semmering“… Wie könnte das auch anders sein ? Angeblich, so habe ich’s zumindest gelesen, kommt der Begriff aus dem Italienischen. „Prendere il fresco“ – Kühlung nehmen – als Synonym für die Abkühlung, die Erfrischung im Sommer. Schon in der Antike war es beim Adel üblich, im Sommer seinen Sitz von der Stadt auf das Land zu wechseln. Das tat man aber nicht vordergründig wegen der frischen Luft, sondern man betreute seine landwirtschaftlichen Güter. Im Winter blieb man in der Stadt und nahm am gesellschaftlichen Leben teil.
Allerdings waren zu diesen Zeiten die sommerlichen hygienischen Bedingungen in der Stadt nicht sehr einladend und man war froh, der Hitze und dem Gestank entkommen zu können.

Kurhaus Semmering

Was das mit dem Semmering und dem Kurhaus dortselbst zu tun hat? Nun, wir wissen, dass der Semmering eines der ersten „Sommerfrische“-Gebiete für die Wiener war. Das kam wohl auch daher, dass sich die kaiserliche Familie bereits recht früh im Schwarza-Tal, vornehmlich in der Gegend rund um Reichenau, im Sommer aufhielt. Außerdem auch in den Jagdmonaten… Aber das wäre wieder eine andere Geschichte.
Die Wiener Gesellschaft wollte immer schon dem Herrscherhaus nahe sein, also fuhr man eben auch in das Gebiet zwischen Semmering, Rax und Schneeberg.

Noch zum Ende des 18. Jahrhunderts war eine Wanderung in einsame Gebirgsgegenden etwas Außergewöhnliches und Gefährliches. Man darf in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen, dass die Berge des Gebietes allesamt zwischen 961 m (Wolfsbergkogel) und 1340 m (Hirschenkogel) hoch sind und selbst der Pass auf etwa 900 m Seehöhe liegt.

Dennoch: Das Semmering-Gebiet wurde damals entdeckt, als vor allem Maler die wild-romantische Landschaft und ihre Schönheit zu verherrlichen begannen. Viele Bilder der Gebirgslandschaft rund um den Semmering entstanden damals: Thomas Ender, Ferdinand Waldmüller, um nur deren zwei zu nennen.
„Die Natur ist so reich, so mannigfaltig und unerschöpflich, dass nichts weiter als das Auge eines talentvollen Künstlers dazu gehört, diesen Schatz zu entdecken.“ meinte Ferdinand Waldmüller.

In den Wäldern jener Zeit lauerte noch so manche Gefahr auf die Wanderer – seien es Bären oder Wölfe – und darauf deuten heute noch einige der Flurnamen auf dem Semmering, wie z.B. „Wolfsbergkogel“ oder „Bärensattel“ oder gar das „Höllental“ bei Reichenau.

In der Zeit der Romantik und im Biedermeier wurden dann das Gebirge und die „Älpler“ en vogue und dadurch oft auch verkitscht.
Die vorher als wüste und gefährliche Wald- und Felsschluchten angesehenen Gebiete des Semmerings wurden zu idyllischen und romantischen Talschaften stilisiert. Einige Teile des Semmering-Gebiets wurden dann sogar noch romantisch „nachgebessert“, indem z.B. in den Adlitzgräben durch Fürst Liechtenstein ein künstlicher Wasserfall angelegt wurde – mit einer 3 km langen Zuleitung!
Künstliche Ruinen waren damals gang und gäbe und schroffe Felswände wurden als Kulissen für die Feste verwendet.

Eine neue Zeit brach an für das Semmering-Gebiet:
um den Pass zu überqueren, wurden Pferde, Kutschen und Fuhrwerke benötigt. Und so entstanden Pferdestationen und Übernachtungsmöglichkeiten.
Kaum war die Straße eröffnet, wurden bereits kursmäßige Reisewagen zwischen Wien und Graz, Klagenfurt, Venedig und Triest geführt. Dennoch war die Reise über den Semmering für alle Beteiligten immer noch sehr beschwerlich.

Und was hat das nun mit Aromatherapie oder Kräuterkunde zu tun? Sehr viel! Denn der Duft der Wälder auf dem Semmering machten ihn zu einem Höhenluftkurort. Und Duft ist nun mal unser Thema 🙂 Nr. 1. Thema Nr. 2 ist die Pflanzenwelt und auch dazu wird in unserer Führung einiges erzählt…

Nun: wer mehr darüber wissen möchte, der sollte sich auf den Semmering begeben und an einer unserer Führungen dortselbst teilnehmen. Die entsprechenden Anmeldungen dazu können Sie gerne über das Tourismusbüro am Semmering vornehmen (bitte nicht direkt an uns senden, denn die Organisation obliegt dem Tourismusbüro…). Freie Plätze für die Führungen gibt es aktuell noch für 26.7., 2.8., 16.8. und 6.9.2014. Infos zum Gesamtprogramm gibt es auch über den Kulturverein Semmering