1. Dortmunder Aromatherapietag

Zu meiner großen Freude konnte ich am 1. Dortmunder Aromatherapietag (22. August 2015) – auch als Vortragende – teilnehmen. Die Liste der Vortragenden war eine hochkarätige:

Prof. Dr. Jürgen Reichling
Ruth von Braunschweig
Maria Hoch
Peter Germann
Tanja Kapell
Ingrid Kleindienst-John
Uwe Schlutt

Ebenso interessant waren die ausgewählten Themen:

Prof. Reichling sprach über die antibakterielle Wirkung ätherischer Öle unter besonderer Berücksichtigung von MRSA. In diesem spannenden Vortrag ging es vor  allem um den Staphylococcus aureus. Es handelt sich dabei um ein Gram-positives Bakterium, das vor allem diverse Wund- und Hautinfektionen, Lungenenzündungen (nach Influenzainfektionen) und – neben anderen Infektionen – auch für Sepsis verantwortlich zeichnen kann. Diese Methicillin-resistenten Bakterienstämme sind auch gegen eine Vielzahl chemisch unterschiedlicher Antibiotika ebenfalls resistent. Sie sind ursächlich für viele Krankenhausinfektionen verantwortlich.
Es deuten viele Studien darauf hin, dass die Anwendung ätherischer Öle bei solchen Infektionen, aber auch bei jenen, die durch Escherichia coli verursacht werden, erfolgreich eingesetzt werden können.
Prof. Reichling präsentierte neue In-vitro- und In-vivo-Studien zur antibakteriellen Wirkung ätherischer Öle, unter besonderer Berücksichtigung des Staphylococcus aureus.

Ruth von Braunschweig wählte für ihren Vortrag das Thema „Aromapflege für ein widerstandsfähiges Immunsystem“.
In ihrem Vortrag ging es in erster Linie um die Haut als lebenswichtiges Immunorgan und die Wichtigkeit des Hydrolipid-Mantels der Haut. Sie wies vor allem auf die wichtigen Aspekte einer biologischen Hautpflege hin, wie sie uns durch die Phyto-Aromapflege zur Verfügung steht.
Ihr Credo: „Über die Haut Immunsystem und Psyche pflegen und stärken!“

Nach einer Kaffeepause bei strahlendem Wetter im wunderbaren Garten der PhytAro-Schule ging es weiter mit dem Vortrag von Maria Hoch.

Maria Hoch führte uns mit ihrem Vortrag „Allein in seiner Wirklichkeit“ in die Welt dementer Menschen und welche Rolle ätherische Öle in der Pflege dieser Menschen  spielen können.
Einfühlsam berichtete sie nicht nur über Erfolge, die mit ätherischen Ölen und Mischungen – beispielsweise zur Gedächtnisstärkung, aber auch gegen depressive Zustände – erzielt werden können. Sie brachte auch eine Reihe von Studien zum Thema in Erinnerung.

P1170960Nach der Mittagspause mit kulinarischen Genüssen, wie Salbeibutter, Tomaten-Basilikumbutter, Brombeersprossen-Sushi, Gemüsecurry und Grießpudding mit Ingwer (sowie anderen Köstlichkeiten) und ausgiebigen Gesprächen mit den TeilnehmerInnen und KollegInnen ging es weiter:

Peter Germann erzählte von den ätherischen Ölpflanzen der Hildegard von Bingen und ihren Bezügen zur heutigen Aromatherapie.
Besonders nahm er dabei den Fenchel und die Dille unter die Lupe. Beide Pflanzen stellen in der Kombination nicht nur eine Hilfe für Magen-Darm-Probleme dar, sondern werden bei Hildegard auch gegen Nebenhöhlenprobleme eingesetzt. Peter Germann stellte für uns die Verbindung zwischen oben und unten, zwischen Magen-Darm und Nasennebenhöhlen anschaulich dar.
Auch Muskatellersalbei, Rose und Myrrhe wurden im Sinne Hildegards und der Spagyrik vorgestellt.

Tanja Kapell erzählte über ihre praktischen Erfahrungen mit Tees und ätherischen Ölen im Hospiz „Haus Franz“, über Voraussetzungen zur Umsetzung, Qualitätssicherung, rechtliche Seiten, Motivation und natürlich auch über die Lieblingsmischungen der Patienten und Pflegenden.
Einer dieser Tees hilft besonders gut gegen Übelkeit. Er besteht aus
30 g Pfefferminzblättern (Folia Mentha piperita)
20 g Melissenblättern (Folia elissae)
20 g Kamillenblüten (Flores Chaomillae)
10 g Ingwerwurzel (Rhizoma Zingiberis)
20 g Orangenschalen (Pericarpium Aurantii)
und den betroffenen Patienten werden verteilt über den Tag 2 – 3 Tassen davon verabreicht.

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Auch die Kaffeepause verbrachten wir gemeinsam im Heilpflanzengarten. Danach kam mein Vortrag über „Hydrolate – die sanfte Alternative in der Aromapflege“.
(Wer’s noch nicht weiß: steht im Prinzip alles in meinem Buch über Hydrolate 🙂 ).

Und den Abschluss machte Uwe Schlutt mit dem interessanten Thema „Wunden, die nicht heilen wollen“. Über seinen Vortrag nur kurz zu berichten, ist unglaublich schwer, denn er steckte voller spannender Informationen:
Beginnend mit der Entstehung einer Wunde bis hin zu den Wundheilungsstörungen und deren Gründen, über Diagnostik zu den Pflanzen, die bei diesen Problemen helfen können, bis hin zum Aromatogramm reichte das weite Spektrum seines Vortrags.
Uwe Schlutt hatte aber auch hilfreiche Mischungen bei schwerheilenden Wunden im Gepäck, bis hin zur Verwendung von Kaffeekohle. Spannend!

Alles in allem gesehen: ein umfangreich gepacktes Programm, das für alle Teilnehmer etwas Interessantes beinhaltete!
Ich möchte mich auch auf diesem Weg bei Gudrun und Peter German für die wunderbare Organisation bedanken!

Peter Germann und Maria Hoch

Peter Germann und Maria Hoch

Peter Germann mit mir

Peter Germann mit mir

Ruth v. Braunschweig mit Peter Germann

Ruth v. Braunschweig mit Peter Germann

Im Gespräch mit Ruth v. Braunschweig

Im Gespräch mit Ruth v. Braunschweig

Beim Frühstück im Gartenpavillon

Beim Frühstück im Gartenpavillon

Prof. Reichling

Prof. Reichling